Klavier lernen als Erwachsene?

Können Erwachsene noch Klavier spielen lernen? 11 Antworten

Ist Klavier lernen auch für dich ein lang gehegter Jugendtraum? Leider denken viele, dass vor allem Älteren das Lernen schwer fällt. Muss dein Traum also am Alter scheitern?

klavier lernen Erwachsene

Es gibt viele Gründe dafür, erst als Spätberufener mit dem Klavier spielen anzufangen. Vielleicht hattest du in jungen Jahren zu wenig Zeit oder kein Geld für Klavierunterricht. Vielleicht suchst du nach neuen Herausforderungen oder möchtest dir einfach deinen Jugendtraum erfüllen.

Viele Erwachsene wagen den entscheidenden Schritt leider nicht. Typische Bedenken sind: „ich kann mir das nicht merken“, oder „ich kann mich nicht konzentrieren“ oder die pauschale Behauptung: „Es ist zu spät“. Das stimmt natürlich nicht.

Inhalt

  1. Es ist nie zu spät! Man ist nie zu alt, Klavier zu lernen!
  2. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans anders
  3. Stumpfsinniges wiederholen?
  4. Wie viel muss ich üben?
  5. Wie schwer ist das Klavier spielen wirklich?
  6. Wie gut eignet sich das Klavier als Instrument für Späteinsteiger?
  7. Wie lange dauert Klavier lernen?
  8. Habe ich genug Talent?
  9. Woran scheitern die meisten?
  10. Muss ich Noten lernen?
  11. Kann man tatsächlich über das Internet Klavier lernen?

1. Es ist nie zu spät! Man ist nie zu alt, Klavier zu lernen!

Gerade durch das Lernen eines Instruments wie dem Klavier werden die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis optimal gefördert – die Agilität im Alter nimmt dadurch sogar zu. Eine meiner erwachsenen Schülerinnen bemerkt dazu gerne:

„A bisserl was geht immer“

Das Ergebnis des Musizierens ist ja nicht nur die Musik. Klavier lernen hält auch geistig fit. Laut div. Studien werden durch das Klavier spielen neue Verknüpfungen zwischen den Hirnzellen angelegt. Das Spielen eines Instruments vermittelt Freude, steigert die Lebensqualität und kann – beispielsweise durch das gemeinsame Musizieren – den gesellschaftlichen Austausch fördern. Es ist also nicht schlimm, wenn man nicht gleich der nächste Mozart wird. Viel wichtiger ist die Freude am Spielen.

2. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans anders

Es gibt große Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie Erwachsene und Kinder Neues lernen. Wie wirkt sich das auf das Klavier lernen aus?

Kinder lernen intuitiver und spielerischer als Erwachsene. Kindern im Grundschulalter zeige ich neue Lieder erst mal ohne Noten, nach Gehör durch Vor- und Nachspielen. Natürlich müssen auch Kinder Noten lernen – dafür gibt’s ein Noten-Kartenspiel mit lustigen Merksprüchen.

Erwachsene hingegen lernen Neues leichter durch das Verstehen und die Verknüpfung von Zusammenhängen. Sie sind in aller Regel zielstrebiger und fleißiger als Kinder. Allerdings ist es richtig, dass vor allem Ältere nicht mehr so leicht über die Motorik lernen. Mechanisches Wiederholen funktioniert als Übe-Technik also nicht mehr so gut wie bei Kindern. Deshalb ist es so wichtig, dass Stücke analysiert werden und dass die Musik verstanden wird. Dadurch kann man sich viele Wiederholungen sparen und trotzdem die Musik verinnerlichen.

Entscheidend ist Geduld. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen. Kinder haben meist kein Problem damit, jahrelang Kinderlieder und einfache Stücke zu spielen. Im Gegensatz dazu wollen Erwachsene bereits nach kurzer Zeit anspruchsvollere Stücke lernen. Das kann zu Problemen führen, da unter Umständen wichtige Lernschritte ausgelassen werden.

3. Stumpfsinniges wiederholen?

Niemand hat Lust, Tonfolgen 100 Mal stumpfsinnig zu wiederholen, das gilt für Kinder und Erwachsene. Stattdessen empfehle ich Übe-Varianten. Ich nenne meine Methode: „Das Übe-Karussell“. Das Üben funktioniert hier wie „Karussell fahren“. Man bearbeitet einen bestimmten Übe-Abschnitt in verschiedenen Schritten, wie im Zirkeltraining. So kann man den Abschnitt mehrmals durchgehen, ohne dass es langweilig wird. Wenn dich das interessiert, klicke hier und abonniere kostenfrei meine „Magischen Übe-Tipps“

4. Wie viel muss ich üben?

Um gute Fortschritte zu erzielen, solltest du mindestens 20 bis 30 Minuten pro Tag  üben – 45 Minuten wären vorbildlich. Dabei sind die Regelmäßigkeit und vor allem die Qualität des Übens von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich empfehle ich, eher leichtere Stücke richtig gut zu spielen – nach meinem Motto: „mit Leichtigkeit und Spielfreude“ – als sich an zu schweren Stücken aufzuarbeiten.

5. Wie schwer ist das Klavier spielen wirklich?

Es kommt darauf an, was du erreichen möchtest. Gitarre spielen gilt nach landläufiger Vorstellung als „leicht“, weil man mit ein paar Griffen schon einfache Lagerfeuer-Songs begleiten kann. Wenn man aber anspruchsvolle Konzertstücke spielen will, ist das Gitarre spielen ziemlich schwierig, vielleicht sogar schwieriger als das Klavierspielen.

Beim Klavier lernen ist es ähnlich. Willst du nur einfache Stücke spielen, oder Lieder mit einfachen Mitteln begleiten, ist es nicht so schwierig. Das kannst du in wenigen Monaten lernen. Eine große Beethoven Sonate, oder anspruchsvolle Jazz-Improvisation brauchen jahrelanges Training.

6. Wie gut eignet sich das Klavier als Instrument für Späteinsteiger?

Tasteninstrumente wie das Klavier, das Keyboard oder die Orgel eignen sich prinzipiell sehr gut für Erwachsene auch im höheren Alter. Beim Tasteninstrument ist die Tonerzeugung sehr einfach und direkt: Die Taste wird gedrückt und der Ton klingt – du kannst also sofort mit dem Lernen erster Lieder beginnen. Man kann bequem sitzen, die korrekte Haltung ist also sehr natürlich und leicht zu lernen.

Doch die eigentliche Frage ist: Welches Instrument will ich spielen? Jeder sollte seine Wahl in erster Linie von dieser Frage abhängig machen. Zwar haben Tasteninstrumente, Gitarren, Trommeln oder Blockflöten Vorteile für ältere Lernende, doch auch die schwierigeren Instrumente wie Blas- oder Streichinstrumente lassen sich mit ausreichend Motivation und Durchhaltevermögen bewältigen.

Das Lernen dieser Instrumente ist etwas schwieriger, da hier zuerst die Tonerzeugung gelernt werden muss, bevor mit ersten Liedern begonnen werden kann. Von Blasinstrumenten mit hohem Anblasdruck, zum Beispiel Trompete, Oboe, würde ich abraten – der hohe Druck im Kopf kann für ältere Menschen gefährlich werden.

7. Wie lange dauert Klavier lernen?

Das ist schwer zu sagen. Jeder lernt in seiner individuellen Lerngeschwindigkeit. Es kommt darauf an, wie regelmäßig und vor allem wie konzentriert und sorgfältig du übst.

Fleißige und konsequente Schüler können nach wenigen Jahren bereits mittelschwere Stücke bewältigen. „Für Elise“ beginnen wir im Klavierunterricht oft schon nach einem halben Jahr Unterricht. Einige meiner Hobby-Pianisten haben schon nach 3-4 Jahren den bekannten langsamen Satz aus Beethovens „Mondscheinsonate“ mit viel Freude und sehr schön gespielt.

8. Habe ich genug Talent?

Vielleicht stellst auch du dir diese Frage. Natürlich spielt Begabung und Talent beim Klavier lernen eine gewisse Rolle. Nicht jeder kommt gleich schell voran und nicht jeder besitzt von Natur aus ein gutes musikalisches Gehör und ein gutes Gefühl für Rhythmus. Das liegt aber oft daran, dass in der Kindheit wenig oder gar nicht gesungen oder musiziert wurde. Durch gezieltes Üben kannst du dein Rhythmus-Gefühl, dein Gehör und deine Musikalität immer noch schulen und viel erreichen. Talent wird also meiner Ansicht nach überbewertet. Oft wird „mangelndes Talent“ auch als Ausrede benutzt.

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9. Woran scheitern die meisten?

Es ist leider so, dass viele Anfänger das Klavier spielen schnell wieder aufgeben. Das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene. Woran liegt das?

  1. Zu wenig Freude, zu wenig Spaß beim Klavier lernen
  2. Zeitverschwendung durch falsche Übe-Techniken 
  3. Zu wenig Übung
  4. Zu wenig Geduld – mangelndes Durchhaltevermögen
  5. Zu schwere Stücke

Entscheidend für den Erfolg ist: Das Klavier lernen muss Spaß machen? Warum solltest du dich mit einem Hobby quälen, das dir keine Freude bereitet.

Manchmal liegt es am Lehrer, der zu wenig auf die Wünsche der Schüler eingeht. Wochenlanges Pauken von Tonleitern und stumpfsinnige Übungen fördern nicht die Musikalität und Ausdrucksfähigkeit. Zeitverschwendung durch falsche Übe-Techniken führt dazu, das Erfolgserlebnisse fehlen und das Klavier lernen keinen Spaß macht.

Natürlich musst du regelmäßig üben, am besten jeden Tag, sonst kannst du keine Fortschritte erwarten. Das Üben kann dir auch der beste Lehrer mit der besten Methode nicht ersparen.

Oft musst du beim Klavier lernen aber auch Hürden überwinden und Herausforderungen meistern. Dazu brauchst du neben guten Übe-Techniken und Lern-Methoden auch Geduld und eine ganze Portion Durchhaltevermögen – besonders wenn du Stücke spielst, deren Schwierigkeitsgrad etwas über deinem derzeitigen Stand liegen. Schwierigkeiten zu Überwinden gehört dazu und vermittelt große Erfolgserlebnisse, wenn es geschafft ist.

Erwachsene wollen häufig zu früh zu schwere Stücke lernen. Wenn du bei einem Stück stecken bleibst und selbst mit effizienten Übe-Methoden nicht weiter kommst, solltest du keine weitere Zeit mehr damit verschwenden und lieber leichtere Stücke spielen. Ein Unterrichtsaufbau mit sanft ansteigenden Schwierigkeitsgraden, klaren Lernzielen und Erfolgserlebnissen führt viel schneller zum Ziel. So macht Klavier lernen Spaß!

10. Muss ich Noten lernen?

Noten sind keine Voraussetzung um mit dem Klavier lernen zu beginnen. Nach und nach solltest du aber auch lernen, nach Noten zu spielen. Die meisten, die es ohne Noten versuchen, geben auf, wenn die Stücke etwas anspruchsvoller werden.

Schau dieses Video an! Hier erfährst du die 4 wichtigsten Gründe, warum du unbedingt Noten lernen solltest.

11. Kann man tatsächlich über das Internet Klavier lernen?

Das Internet bietet vor allem Erwachsenen Anfängern und Wiedereinsteigern völlig neue, hervorragende Möglichkeiten das Klavierspielen zu lernen und den Unterricht zu ergänzen. Über meinen Youtube Kanal „Spielend Klavier lernen“ biete ich kostenfrei viele Erklär-Videos mit wertvollen Übe-Tipps.

Besonders beliebt ist mein Online-Kurspaket. (über 1000 Teilnehmer) Du bekommst übers Internet (online) Zugang zu den Unterrichtsmaterialien: Videos, Noten, Aufgaben, Checklisten zum Ausdrucken. Gelernt und geübt wird selbstständig zu Hause ohne Kontrolle eines Lehrers.

Ein Online-Kurs ist ein hilfreiches Lernmedium mit vielen Vorteilen. Man kann von überall auf die Videos zugreifen und die Videos so oft anschauen, wie man will. Du nimmst den Klavierlehrer quasi mit nach Hause. Meine Online-Kurse sind speziell auf Erwachsene und Senioren ausgerichtet.

Das Gehirn liebt Klarheit

Das Gehirn liebt Klarheit. Um einen bestmöglichen Lerneffekt zu erzielen, habe ich darauf geachtet, dass meine Kurse gut strukturiert und leicht nachvollziehbar sind. In meinen Videos führe ich die Schüler mit Liebe zum Detail in die Tiefen der Sprache Musik ein; die Musiktheorie wird dabei nur als Werkzeug eingesetzt, das hilft, die musikalischen Zusammenhänge besser zu verstehen.

Trotzdem ist es selbstverständlich, dass kein Video, kein Buch und keine CD einen individuellen Unterricht ersetzen kann. Ein Lehrer findet und korrigiert Fehler, die dem Schüler selbst nicht auffallen. Ohne diese Anweisungen ist viel Disziplin von Seiten des Schülers notwendig. Ich halte deswegen eine Kombination aus Video-Kurs und Einzelunterricht bei einem qualifizierten Klavierlehrer für den besten Weg.

Die klare Struktur meiner Kurse kann dabei den Unterricht unterstützen. Darüber hinaus sind weniger Unterrichtsstunden notwendig und der Privatunterricht kann effektiver genutzt werden.

Bei Wiedereinsteigern ist das allerdings anders. Sie sind nicht mehr so anfällig für Anfängerfehler und können meist selbstständiger lernen als Anfänger – ein Online-Kurs ist in diesem Fall eine ausgezeichnete Lösung.

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