Noten lernen mit dem Aha-Effekt

Es geschah in einer Klavierstunde.

Wie ein D-Zug ratterte die 7-jährige Anna (Name geändert) das Alphabet herunter: „A B C D E F G H I J …“

„Danke, danke“, unterbrach ich sie. „So viele Buchstaben brauchen wir doch gar nicht. Es gibt nur 7 verschiedene Notennamen: C D E F G wie in der Schule und dann noch A H.“

„A H“, lächelte sie verschmitzt. „Aha! So geht das!“

Musik ist eine Sprache

Du kannst mit Musik etwas sagen oder ausdrücken.
Mit den Noten kannst du sogar richtige Wörter bilden.
Die Noten sind die Buchstaben der „Sprache“ Musik.

Es gibt also auch ein Noten-Alphabet

Dieses Notenalphabet solltest du dir gut einprägen. Das ist gar nicht so schwer, denn in der Musik gibt es nur 7 verschiedene Buchstaben. Das Notenalphabet geht ein bisschen anders als das ABC in der Schule. Beim Notenalphabet wird A und B weggelassen. Nach dem G kommt A und H. Mit dem C wieder geht’s dann wieder von vorne los.

Noten lernen mit dem AHA Effekt

Klingt kompliziert, ist aber gar kein Problem, denn mit einem kleinen Trick kannst du dir das leicht merken.

Es beginnt mit C. Merke dir einfach C – D – E – F – G wie in der Schule und dann A – H.  Aha! So geht das.

Lerne das Noten-Alphabet auch rückwärts

Das ist ein bisschen schwieriger, bringt aber einen großen Vorteil. Du gewinnst mehr Sicherheit und bist viel flexibler. Manchmal geht das rückwärts Buchstabieren auch schneller.

Rückwärts merkst Du dir die Notennamen am besten in zwei Gruppen.

Sprich laut und deutlich: C – H – A – G;   F – E – D – C;

Sprich recht flott und in einem Zusammenhang, so dass die vier Buchstaben fast wie ein Wort klingen.

Dieses Noten-Alphabet solltest du vorwärts, rückwärts, aufwärts und abwärts so lange üben, bis es perfekt sitzt und du nicht mehr darüber nachdenken musst.

Du wirst sehen, das Noten lesen geht dann viel leichter und viel schneller.

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BlauerPfeil

24 Gedanken zu „Noten lernen mit dem Aha-Effekt“

  1. Lieber Franz,
    Deine Erklärungen sind immer super.
    Ich mochte damals in der Schule Mathe und so war das Klavier für mich ohne Überlegen zu müssen das Instrument meiner Wahl. Alles so schön logisch aufgebaut, halb und Ganztonschritte direkt ablesbar.
    Die Notennamen habe ich damals auswendig gelernt. Erst viel später habe ich dann gemerkt, dass eigentlich von a aus betrachtet und mit englischer Schreibweise die Notennamen dem Alphabet entsprechen.
    Wie es zu dem „h“ kam statt „b“ ist ja eine eigene Geschichte … aber im Grunde bleibt festzuhalten, dass es niemand kompliziert machen wollte, eigentlich wurden die Noten der Reihe nach benannt.
    Ich möchte allen Mut machen, dass es machbar ist und keine Astrophysik. Mit etwas Geduld, Fleiß und Selbstvertrauen bekommt man das hin …

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    • Lieber Anja,

      vielen Dank für deinen schönen Kommentar – das hast du wunderbar auf den Punkt gebracht!
      Ja, das Klavier ist tatsächlich ein herrlich logisches Instrument: Die Halb- und Ganztonschritte sind sichtbar, die Muster wiederholen sich, und wer Freude an Struktur und Systematik hat, fühlt sich dort sofort zu Hause.

      Deine Beobachtung zu den Notennamen gefällt mir besonders. Es stimmt – das musikalische Alphabet ist im Grunde ganz einfach, und die Geschichte mit dem deutschen „H“ statt „B“ ist ein spannendes Kapitel für sich. Schön, dass du diese Klarheit und Logik anderen weitergeben möchtest.

      Deine ermutigenden Worte am Ende treffen genau den Kern: Es ist keine Astrophysik – mit Geduld, Freude und regelmäßigem Üben kann jeder Klavier spielen lernen.

      Herzliche Grüße
      Franz

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  2. Hallo Franz,
    das ist eine wirklich schöne Methode schnell die Notennamen zu lernen und die Lust nicht zu verlieren. Ich wünschte, Du hättest auch eine Idee, wie es mit den Noten für die linke Hand leichter gehen könnte. Immer noch rechne ich, ausgehend vom Violinschlüssel, um eine Note zu erkennen. Es ist nicht möglich, sie sofort zu erfassen. Vielleicht hast Du ja einen Vorschlag.
    Gruß und herzlichen Dank für viele hilfreiche Videos und Tipps.

    Dagmar

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  3. Lieber Franz,
    ich habe mich in der letzten Zeit etwas zurückgezogen: Noten lernen ist nicht leicht. Es geht viel schwieriger mit dem Bass-Schlüssel, aber es geht doch, dank Deinen Kinderlieder. Ohne Melodie konnte ich keine Noten behalten. Aber jetzt geht’s prima. Alle Deine Hinweise ( „Aha“ -Methode, die kleinen Gruppen (meine lieblingsgruppe sind 3 Noten) sind wertvolle Hilfen. Aber das Schönste – als „Desert“ nach dem harten Noten-Üben- ist die „Improvisation“. Linke Hand a-Moll -Akkord (oder einen anderen) und rechte Hand improvisieren. Es ist soooo schön. Ich glaube fast, dass ich Klavier spielen kann. …?! Vielen Dank für Deine Geduld und die tollen Tipps. Lidia Müller, 02.03.2020

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  4. Danke für die Etüde in C-Dur lieber Franz!
    Vielleicht sind trotz meiner 75 Jahren doch noch nicht alle Hoffnungen verloren?
    Gruss aus der Schweiz

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  5. Hey,
    Grad das Noten lernen hält meiner Meinung nach viele Kinder davon ab Klavier zu lernen. Weil es einfach alles Übungssache ist, aber mit dieser Methode ist das etwas anderes :) …super Idee und hoffe es gibt noch mehr solcher Videos.

    mfg

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  6. Hallo Franz,

    ich habe selbst als Kind bis zu meinem 14. Lebensjahr Keyboard gespielt. Mein Musikschullehrer hat mir die Noten auch in etwa so beigebracht – aber so richtig erinnere ich mich nicht mehr ;-)

    So ein Satz ist echt eine gute Eselsbrücke. Werde ich auch so an mein Kind weitergeben, denn wir können uns alle Sachen mit einer Eselsbrücke viel einfacher merken.

    lg
    Toni

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  7. Lieber Franz, ich habe mich im Chor angemeldet und kann bis heute nur die C. Die anderen Noten habe ich nie in meinen Kopf bekommen. Nun fand ich Deine Hinweise für den wirklich Einstieg in die Notenlehre. Vielen vielen Dank dafür. Da muß ich erst 54 Jahre alt werden, um das mit den Noten zu begreifen. Warum hat uns das damals niemand so erklärt? Wenn ich weiter übe, werde ich bestimmt bald wie die Anderen im Chor vom Blatt singen können.
    Diese Lernseite wird mir bestimmt noch sehr helfen. Bis dann, Katja.

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    • Liebe Katja, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass ich dir mit meinen Hinweisen helfen konnte. Wenn du die Grundlagen kannst, wirst du das Blatt-Singen bestimmt schnell lernen.
      Viele Grüße aus München, Franz

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  8. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Eine tolle Art und Weise Kinder an die Musik heran zu führen. Man kann auch mit viel Spaß lernen, wenn man weiß wie.

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